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Von zwei Räumen in einer Gastwirtschaft zur iPad-Klasse

FULDA  

 Auf 175 Jahre bewegte Schulgeschichte kann die Freiherr-vom-Stein-Schule in diesem Jahr zurückblicken. Anlass für einen Festakt in der Aula der Schule am kommenden Freitag, 1. November, um 10.30.

 Mit rund 1400 Schülerinnen und Schülern ist das Gymnasium das größte in der Region. Eine beachtliche Entwicklung angesichts der Verhältnisse in der Gründerzeit 1838, als die neu eingerichtete Realschule in gerade mal zwei Räumen einer Gastwirtschaft den Unterrichtsbetrieb aufnahm. In mehreren Jahrzehnten und nach einer wahren Odyssee an wechselnden Standorten entwickelte sich die Neugründung zu einer „Höheren Bildungsanstalt“ und konnte 1870 schließlich in ein eigenes Schulgebäude am Heinrich-von-Bibra-Platz  einziehen. Nach erheblichen Beschädigungen durch Luftangriffe im 2. Weltkrieg und aufgrund der ständig steigenden Schülerzahlen fand die nunmehr „Städtisches Realgymnasium“ genannte Schule in der Leipziger Straße 2 im ehemaligen Lehrerseminar eine vorläufige Bleibe. Die älteren Schülergenerationen erinnern sich noch an die knarzenden Fußböden und Kanonenöfen, Mängel, die nicht zuletzt einen Neubau für dieses Gymnasium notwendig machten. Am 3. November 1959 wurde der Schulkomplex – bis 1964 noch als reine Jungenschule – im heutigen Schulviertel eingeweiht und erhielt den programmatischen Namen des preußischen Reformers Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein. Die folgenden Jahrzehnte stellten die Schule vor immer neue Herausforderungen, die zu baulichen Veränderungen und auch zu inhaltlichen und schulorganisatorischen Neuausrichtungen führten. In den letzten Jahren waren dies in besonderem Maße die schulpolitischen und -administrativen Vorgaben, die zunächst den umstrittenen Wechsel zu G8 initiierten, um dann schließlich in diesem Schuljahr die Rückkehr zu G9 bei Beibehaltung eines G8-Zweigs ermöglichten. Die heutige FvSS präsentiert sich als moderne, weltoffene Bildungsanstalt mit inzwischen fünf Partnerschulen im europäischen und außereuropäischen Ausland, die ihren Schülerinnen und Schülern zahlreiche Möglichkeiten für die Entfaltung ihrer individuellen Talente bietet. Als Reaktion auf die fortschreitende Globalisierung mit ihren steigenden Anforderungen an das Erlernen von Fremdsprachen und interkulturellen Kompetenzen wurde bereits 1998 der bilinguale Zweig etabliert.  Die Einführung von Spanisch als zweiter Fremdsprache im Jahr 2010 ermöglicht den Steinschülern inzwischen das Erlernen dreier moderner Fremdsprachen. Auch Neue Medien haben längst ihren Einzug in die Klassenzimmer gefunden, nicht zuletzt auch durch die Einführung der iPad-Klasse als regionales Pilotprojekt im letzten Jahr. Dass daneben die Tradition des naturwissenschaftlichen Schwerpunkts des ehemaligen Realgymnasium weiterhin höchst lebendig ist, zeigt nicht nur die weithin sichtbare Sternwarte und das unterrichtliche Zusatzangebot im Bereich Naturwissenschaften („NaWi“), sondern  auch das Thema eines Festvortrags im Rahmen der Jubiläumsfeier, in dem der renommierte Biologe Prof. Dr. Manfred Kluge (TU Darmstadt) der Frage nachgeht „Wie viel Mensch verträgt die Erde?“. Das Ergebnis ihrer gelungenen schulischen Förderung präsentieren die Musici des Blasorchesters und Instrumentalsolisten.



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