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Artikel vom
25.05.2017
Lernräume und digitale Medien: Medienbildungstag 2017

„Schule muss sich den veränderten Arbeitsprozessen anpassen, ansonsten kann sie ihre gesellschaftliche Aufgabe nicht erfüllen!“. Zu diesem Ergebnis kam Prof. Richard Stang, der auf dem Lehrgebiet der Medienpädagogik und Lernwelten an der Hochschule der Medien in Stuttgart forscht, bei seinem Impulsreferat im Rahmen des diesjährigen Medienbildungstags am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Nach einer herzlichen Eröffnung durch die Gymnasialdezernentin des Staatlichen Schulamtes Fulda, Frau Rita Schmidt-Schales, und dem Schulleiter, Dr. Ulf Brüdigam, entfaltete Stang vor den gut 50 Teilnehmern die Problemstellungen, mit denen er sich als Leiter des Stuttgarter „Learning Research Centers“ konfrontiert sieht. So gebe es heute zwar vielfältige didaktische sowie methodische Konzepte, was die Unterrichtsgestaltung an sich angehe, es seien jedoch kaum innovative Konzepte zur Gestaltung von Lernräumen in Schulen entwickelt worden. „Fast immer bestimmt die Gestaltung des Raums noch darüber, welche Didaktik angemessen erscheint. Dabei sollte es aber genau umgekehrt sein: Lassen wir die Didaktik doch darüber bestimmen, welche Raumkonzepte für das Lernen angebracht sind“, so Stang mit Überzeugung. Zum Anforderungsprofil für sinnvolle Lernräume gehören laut dem Medienwissenschaftler: der entsprechende Freiraum, die Flexibilität des Mobiliars, die Motivation der Lernenden und Lehrenden, die Unterstützung der Lernprozesse, die entsprechenden Kommunikationsstrukturen, die Zusammenarbeit (kollaboratives Lernen) sowie die mögliche Entspannung beim Lernen. Gerade in Bezug auf den letzten Aspekt betonte Stang, dass Lernen „Hochgefühle“ erzeugen müsse, um effektiv sein zu können. Die Lernenden sollten durch moderne Lernräumlichkeiten unter anderem „Chill“ (Entspannendes), „Intensity“ (Verzückung) und „Joy“ (Freudentaumel) durchleben und nicht nur von einem Inhalt zum nächsten jagen. Ein gutes Beispiel dafür sei die neue Jugendbibliothek in Oslo, in der die Einrichtungen so gewählt worden seien, dass diese „Desire“ (Begierde) danach wecken würden, Literatur mit allen Sinnen neu zu entdecken.

In dem vom Staatlichen Schulamt Fulda, dem Medienzentrum Fulda sowie dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium veranstalteten Medientag wurden zudem vier Workshops angeboten sowie mehrere Praxistipps weitergegeben:

So informierte Mark Rost von der Firma REDNET darüber, wie man an Schulen ein stabiles WLAN einrichtet. Bernd Sippel übte mit den Teilnehmern Praxisbeispiele für den Einsatz des iPads zur Bewegungsanalyse im Unterrichtsfach Sport ein. Wie die „Zukunft des Lernens mithilfe des „OBCC-Klassenraums“ aussehen kann, demonstrierte Harald Ziegler von der OBCC GmbH aus Fulda. Dass digitaler naturwissenschaftlicher Unterricht mithilfe der Messinstrumente von „curricuLAB“ den Schülern Freude macht und dabei gleichzeitig für nachhaltiges Lernen sorgt, davon konnte man sich im Workshop von Mario Kuca überzeugen.

Weitere wichtige Praxistipps vermittelten Oliver Fischer von REDNET („Einrichtung von Tablet-Klassen für Schulträger“), Felix Rudolph-von Niebelschütz („Peer-Education im Rahmen der Medienbildung“), Elisabeth Franc vom Medienzentrum Fulda („Multimedialer Unterricht mit den Medien aus dem Medienzentrum Fulda“) sowie Lisa Hammerl („Echte Differenzierung mit der adaptiven Übungsplattform MIO für Mathe“).

Ein besonderer Dank für die Gesamtorganisation des Tages gilt Herrn Dieter Umlauf, Medienfachberater für die Sekundarschulen am Schulamt Fulda, sowie Frau Elisabeth Franc, Bildstellenleiterin des Medienzentrums Fulda.

Es bleibt zu hoffen, dass die Medienbildungstage bald ihre Fortsetzung finden. Es geht schließlich darum, den Schülerinnen und Schülern die besten Lernarrangements zu bieten, damit Lernen und Bildung schülerorientiert und mit Medienkompetenz gelingen kann.

Dr. Peter Mergler



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