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Artikel vom
08.03.2019
„Die Arbeit der EU - Was habe ich davon?“

Mit dieser Frage eröffnete Judith Schilling ihren Vortrag für die versammelte Oberstufe des Freiherr-vom-Stein Gymnasiums in der Aula. Sie ist die stellvertretende Leiterin der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn und besuchte unsere Schule am Donnerstag mit dem Auftrag den Schülern die Europäische Union mit ihren Funktionen, Aufgaben und Zielen etwas näher zu bringen und sie Anzuregen, an den Europawahlen am 26. Mai 2019 teilzunehmen.

Dazu begann Sie mit dem wichtigsten Ziel der EU welches ist, den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen ihrer Völker zu fördern und zu sichern.  Die Schüler sollen sich ins Bewusstsein rufen, dass sie ein Teil der Friedensgeneration sind, es also dementsprechend wichtig ist, den Frieden -genauso wie damals auch heute- zu erhalten. Für den Einsatz für den Frieden, die Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte hat die Europäische Union 2012 sogar den Friedensnobelpreis bekommen.

Aus diesem Grund darf natürlich auch die Entstehungsgeschichte der Europäischen Union nicht fehlen. Es folgte ein kurzer Ausflug in die Anfänge der EU. Diese beruht auf der Montanunion, welche ursprünglich 1952 für einen zollfreien Export von Kohle und Stahl gegründet wurde und aus sechs Ländern bestand. Ab 1973 wurde die Union immer weiter erweitert und besteht heutzutage aus 28 Mitgliedsstaaten. Dabei spielen insbesondere die europäischen Verträge [Vertrag von Lissabon, Vertrag von Maastricht usw.] eine entscheidende Rolle, denn ohne deren Grundlagen wäre eine Gemeinschaft wie die EU in ihrer heutigen Form nicht möglich.

Im weiteren Verlauf des Vortrags erklärte Judith Schilling den Aufbau der EU durch die verschiedenen Institutionen und deren Aufgabenfelder.  Anschaulich verdeutlichte Sie das Zusammenspiel des Europäischen Rats, des Rats der Europäischen Union, der Kommission und des Europäischen Parlaments miteinander. Dazu räumte Sie mit gewissen Irrtümern auf, wie dass die EU ein ´geldverschlingendes Bürokratiemonsterˋ sei, denn entgegen vieler Meinungen sind nur 6% des gesamten EU Budgets Ausgaben für die Europäische Union. Die restlichen 94% der Gelder fließen wieder in die Mitgliedsstaaten.

Auch die europäischen Gesetze kamen während der einstündigen Präsentationen nicht zu kurz. Den Schülern wurde der Unterschied zwischen Verordnungen/ Richtlinien und Verträgen erläutert, die alle dem Subsidiaritätsprinzip untergeordnet sind, weshalb alle eine größere Effektivität im Vergleich zu nationalen Gesetzen haben. Dinge, die mit solchen Richtlinien geregelt sind, sind zum Beispiel der Gebrauch des Weichmachers BPA [Bisphenol-A] in Spielzeug oder auch Tierversuche in Kosmetik.  Die Möglichkeit einer europaweiten Bürgerinitiative besteht natürlich auch, das hat beispielsweise zu allgemein geltenden Trinkwasserrichtlinien geführt, an die sich jeder Mitgliedsstaat halten muss.

Weitere Errungenschaften der Europäischen Union sind unter anderem das sichere und unkomplizierte Reisen ohne Grenzkontrollen, Verbrauchersicherheit von z.B. Medikamenten, ein digitaler Binnenmarkt oder auch -besonders für Schüler und Studenten interessant- das Fördern bestimmter Programme, wie „European Solidarity Corps“ oder „EU Aid Volunteers“.

Nach ihrem Vortrag hatten die Schüler die Möglichkeit Judith Schilling jede Menge Fragen zu stellen, welche Sie geduldig beantwortete. Gefragt wurde unter anderem was passiert, wenn EU Mitgliedsstaaten die Richtlinien nicht einhalten oder auch, ob sich Jugendliche genügend in der EU beteiligen und wenn nicht, was man daran verbessern könnte. Nachdem Sie alle Fragen beantwortet hatte, wurde Sie mit einer kleinen Aufmerksamkeit und kräftigem Applaus verabschiedet.


Susanna Thiem



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