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Artikel vom
15.10.2019
Chemieexkursion zur Weinlese nach Rheinhessen

In der letzten Septemberwoche, als die Weinlese in vielen Regionen Deutschlands bereits in vollem Gange war, machten sich vierzehn Schülerinnen und Schüler des Chemie-Gk Q1 zusammen mit ihrer Lehrerin Sonja Heinz und dem Chemiekollegen Herrn Elmar Kramm auf, den weit verbreiteten Stoff Ethanol (in aller Munde als „Alkohol“) zu besichtigen und bei der Produktion helfende Hände anzulegen. Hierzu besuchten sie das Weingut Metzler in Rheinhessen. Nach der Anreise mit regionalen Verkehrsmitteln, wurden die Schüler in die Tücken und Segnungen der Arbeit im Weinberg vertraut gemacht. Das Weingut Metzler arbeitet auf ökologischer Basis, dies bedeutet einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Chemikalien in allen Bereichen. Dies Chemikalien konnten vom Weinbauer erklärt werden und die angehenden Helfer lernten vieles über das ökologische Zusammenspiel unterschiedlichster Einflusskomponenten, die dafür verantwortlich sind, den seit der Römerzeit begehrten Stoff des Trinkalkohols  in Form von vergorenem Traubensaft zu gewinnen.

Anschließend ging es an die Arbeit und so bekamen wir auch einen Einblick in die handwerklichen Tätigkeiten. Einen halben Nachmittag lang haben wir gelesen, allerdings weder Faust noch Chemiebücher, dagegen Burgunder, Silvaner und andere Rebsorten, sozusagen Auslese. Hernach ging es im Betrieb nochmal um die Chemie des Weins. Im Labor wurden wir vertraut gemacht mit den Methoden zur Bestimmung der Weinsäure, der Gesamtsäure und des Oechslegrades; wie die Umsetzung von Apfelsäure zu Milchsäure die Vollmundigkeit des Weines erhöht und wie dieser Vorgang durch spezifische oft im Holz der Fässer vorkommenden Stoffe katalysiert und vorangebracht wird. Hier konnte der eine oder die andere ihrer Kenntnisse über Strukturformeln und Oxidationsprozesse einbringen, hatten doch wir die Untersuchungen zuvor im Unterricht experimentell teilweise vorweggenommen.

Wir kommen gerne wieder, und wissen nun den Wein als komplexes Gemisch unterschiedlichster Substanzen erst richtig einzuschätzen und zu schätze. Es wurde uns sozusagen „reiner Wein eingeschenkt“.

Viel getrunken haben wir nicht, dafür aber viel gelernt! Vielen Dank an das Angebot des Weinguts. Gerne kommen wir wieder.



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