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Artikel vom
25.11.2018
Chemieexkursion zum Hochofen

In den Chemiekursen der Jahrgangsstufe 11 kann man sozusagen „die Köpfe rauchen sehen“, denn hier werden die Grundlagen für die kommenden Leistungskurse gelegt. Dieser Umstand bringt mit sich, dass es für die Schülerinnen und Schüler in diesem Fach oft sehr anspruchsvoll und zum Teil auch etwas „theorielastig“ vorangeht.

Doch nachdem die komplexen Redoxreaktionen einmal verstanden, sozusagen „bezwungen“, waren, haben wir uns voll Engagement auf die praktischen Anwendungen derselben gestürzt. Und in diesem Zusammenhang wurde nochmals genau auf die Reaktion im Hochofen geschaut. Und nicht nur auf die Reaktion...
Am 19.11.2018 machten sich die Chemiekurse von Herrn Kramm und Frau Heinz auf, einen der wichtigsten deutschen Hochöfen zu besichtigen. Der Ofen ist Teil der „Salzgitter Flachstahl“, einer Stahlproduktionsstätte in Niedersachsen. Drei Stunden dauerte die Hinreise an die Produktionsstätte.
Hier wurden wir über die komplexe Arbeit des „Stahlkochens“ zunächst in einem Theorieteil informiert.  Anschließend ging es in zwei Gruppen quer über das ausgedehnte Gelände, in dem mehrere Hochöfen zusammen mit den Industrieanlagen, in der das Roheisen weiterverarbeitet wird, stehen. Zuvor mussten wegen der Gefahr der Industriespionage alle Handys abgegeben werden, für den einen oder die andere der schwierigste Teil der Tour. ;)
Ausgerüstet mit Schutzkleidung und über die Sicherheitsvorschriften informiert, durften wir einen Blick auf das über 1400 °C heiße Roheisen werfen, welches beim „Abstich“ in die eigens bereitstehende fahrbare und feuerfest ausgekleidete gigantische Pfanne fließt,  ein Fluß aus rotglühendem Metall,  niedrigviskos wie Wasser.
Anschließend konnten wir den Konverter bestaunen, in dem das Roheisen mit Schrott versetzt und aufoxidiert wird, um noch vorhandene Rückstände auszutreiben.
Immer bereit, auf die interessierten Nachfragen zu antworten, lernten wir von unserem Guide, dass die Stahlproduktion ein fein abgestimmter Prozess sei, in dem ähnlich der Gewürze in der Suppe je nach Anforderung des Kunden gezielt Legierungsbestandteile im Konverter zugegeben würden, um der jeweiligen Stahlsorte die gewünschten Eigenschaften zu verleihen. Wohl dem, der weiß, wie die metallische Bindung funktioniert...
Die Anlage, in der die frisch entstandenen Stahlblöcke, die „Brammen“, zu Blechen ausgewalzt werden, wurde gerade gewartet, so dass wir hier nur einen kurzen Einblick erhielten, bevor es zurück in den warmen Bus und nach Hause ins schöne Fulda ging.

Es war ein beeindruckendes Erlebnis für alle, die dabei waren!



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