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Bundesweites Sprachenturnier mit Schülerin der FvSS
Die mit Spanisch hessenweit zweitplatzierte Hannah Hohmann berichtet über das Turnier


Einen beachtlichen Erfolg beim Landeswettbewerb des Bundeswettbewerb Fremdsprachen konnten im letzten Schuljahr Hannah Hohmann (damals Mittelstufe, Spanisch) und Felicitas Andermann (Oberstufe, Französischund Englisch) erzielen, die unsere Schule in diesem Schuljahr in der jeweils nächsten Runde auf Bundesebene vertraten.


Über ihre Erlebnisse beim bundesweiten Sprachenturnier schreibt Hannah Hohmann (E-Phase):


Da nimmt man ohne große Erwartungen an der Vorrunde des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen teil – und landet im bundesweiten Endfinale, dem Sprachenturnier. So ging es zumindest mir, als ich mich durch meinen hessenweiten zweiten Platz mit Spanisch völlig überraschend für die Endrunde in Bad Wildbad vom 24-27. September 2014 qualifizierte.

 

Sofort nach der Ankunft folgten Präsentations- und Theaterworkshops, die uns, den 70 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet, eine Hilfe für die Bearbeitung der Aufgaben der nächsten Tage sein sollten. Nach dem Abendessen begann dann schon die Einführung in eine neue Sprache, dieses Jahr Mittelhochdeutsch, die wir dann für die HEU-Prüfung (Hören-Einprägen-Umsetzen) brauchen würden. Gleich danach folgten die Teambesprechungen für die TEAM-Aufgabe (Thema suchen-Entwerfen-Ausfeilen-Mitreißen), bei der bis zum Samstag ein Theaterstück auf die Bühne gebracht werden sollte. Das Besondere war, dass in jeder Gruppe mindestens vier Sprachen vertreten waren, die alle sinnvoll kombiniert werden wollten. Eine weitere Schwierigkeit stellte auch dar, dass für das Arbeiten am Stück keine Zeit eingeplant und die Freizeit daher sehr knapp war. Die Teambesprechungen fanden also meistens spät abends statt.
Der nächste Tag stand zuerst ganz im Zeichen der RAP-Aufgabe (Recherchieren-Aufbereiten-Präsentieren). Dazu wurden wir nach dem Frühstück durch die Stadt geführt, um uns die Probleme des Kurorts näher anzusehen. Unsere Aufgabe bestand dann darin, Lösungen zu finden und eine fünf Minuten lange Präsentation in unserer ersten Wettbewerbssprache darüber auszuarbeiten. „Klingt kompliziert – ist es auch!“, machte uns der Präsentationsprofi Hoffnung. Danach würde uns die Jury noch fünf Minuten lang Fragen stellen. Ich glaube, ich war bei einer Präsentation noch nie weniger vorbereitet und nervöser gewesen als bei dieser. Aber Verzweiflung war generell fehl am Platz und alle von uns haben diese zehn Minuten dann doch überstanden. Danach ging es sofort mit der HEU-Aufgabe weiter. Zuerst hörten wir einen Vortrag in Mittelhochdeutsch über „Tristan und Isolde“ und wenige Minuten später sollte der Inhalt ohne Wörterbuch in unserer ersten Wettbewerbssprache zusammengefasst werden. Doch der Tag war noch nicht zu Ende, kurz darauf folgte die Linguistikaufgabe, bei der es um „eine Sprache aus dem Brasilianischen Busch“ ging, das war alles, was uns gesagt wurde. Neben Pluralbildung folgte auch Übersetzen, das mit Kombinieren und vor allem mehr Zeit prima gelöst werden könnte. Doch wie immer: Die Zeit war knapp und die Aufgabenstellungen mitunter recht rätselhaft. Am nächsten Morgen folgte dann die einzige Aufgabe in unserer zweiten Wettbewerbssprache, die bei mir Englisch war. Die Literaturgespräche trugen den Namen REIZ (Reden über Erlesenes in der Zweitsprache), als Vorbereitung hatten wir zuhause bereits ein Buch gelesen, über das wir uns dann zehn Minuten lang mit der Jury unterheilten. Für diesen Tag stand nur noch die Theateraufführung im Kurhaussaal und die Proben dafür auf dem Programm, doch die konnte man ja auch nicht mehr wirklich als Anstrengung bezeichnen. Nach den unglaublich lustigen Aufführungen im Kurhaussaal wurde die Stimmung immer entspannter. Alle Prüfungen lagen hinter uns! Der Abend wurde wieder lang, diesmal aber nicht wegen der vielen Prüfungen, sondern wegen der Aktionen in der Gruppe. Am nächsten Morgen folgte nur noch die Preisverleihung. Es wurden noch letzte Adressen getauscht, denn dass wir in Kontakt bleiben würden, das war allen sofort klar. Und da die meisten von uns mit der Bahn in die gleiche Richtung mussten, konnte der Abschied noch etwas hinausgezögert werden.

 

Wieder zuhause sehe ich das Turnier aus einem ganz anderen Blickwinkel. Die drei extrem stressigen Tage haben in jeder Hinsicht etwas gebracht. Zwar ist eine Teilnahmeurkunde nicht das, was ich mir gewünscht hatte. Aber ich war dabei und gehöre mit Spanisch zu Deutschlands Top 6. Und ich bin in diesen drei Tagen um einige Freundschaften und Erfahrungen reicher geworden. Gelernt habe ich auch einiges, gerade weil ich zwischendurch ziemlich überfordert oder verzweifelt war. Nach diesen drei Tagen geht man viel entspannter mit Präsentationen oder anderen Prüfungen um. Man weiß, dass man auch zum Ziel kommt, wenn es nicht alles perfekt läuft. Vorbereitung bringt nicht immer so viel. Denn egal wie sehr man sich vorbereitet: Wenn es soweit ist, sieht die ganze Situation schon wieder anders aus.