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Artikel vom
06.12.2016
Austauschprogramm mit Finnland gestartet

Vorweihnachtlichen Besuch vom Land des Polarkreises hatte die Freiherr-vom-Stein-Schule in der ersten Adventswoche. Nicht mit dem Rentierschlitten, sondern mit Flugzeug und Bahn reiste am 30. November erstmals eine Gruppe finnischer Schüler und Schülerinnen zum Schüleraustausch mit den Schülern der Freiherr-vom-Stein-Schule an.

Untergebracht waren sie in deutschen Gastfamilien, deren Kinder die Schule besuchen. In den allermeisten Fällen waren sich Gast und Gastgeber bereits vor der ersten Gegenüberstellung im Foyer der Schule bekannt ‑ die modernen Medien und damit eine gemeinsame Whatsapp-Gruppe machten es möglich. Umgangssprache war hier Englisch, sowohl schriftlich als auch später mündlich beschränkte dies kaum einen der Beteiligten in seinen kommunikativen Fähigkeiten, es wurde sich rege ausgetauscht.

So fiel das Zusammenkommen leicht, man „kannte“ und erkannte sich und konnte nach einer Begrüßung durch die Schulleitung gleich gemeinsam auf eine Stadtralley durch das barocke Fulda gehen. Dies zeigte sich dem Besuch von der besten Seite bei kaltem trockenem Wetter. So waren unsere finnischen Gäste begeistert von der Stadt im Lichterglanz des Weihnachtsmarktes und auch von der Gastfreundlichkeit ihrer deutschen „Host pupils“.

Die Austauschschule liegt in Tampere, einer Stadt in der Südhälfte Finnlands, und ist einem Universitätskomplex angeschlossen. Die Schüler sind im Alter von 16-18 Jahren, einige von ihnen lernen seit zwei Jahren Deutsch, alle haben Wirtschaft und Soziologie als Schwerpunkt, eine Kombination, die sich am ehesten mit dem deutschen Schulfach „Politik und Wirtschaft“ vergleichen lässt.

Verantwortlich begleitet wurde der Besuch von ihrer Fachlehrerin Aulikki Leisku-Johanson, auf deren Initiative hin der Austausch zustande kam. Leisku-Johanson betonte: „Germany is an important trading partner for Finland, so we are of course interested not only in the German economy system but also in its culture and - first of all - in the people living here.“

Die wirtschaftliche Schwerpunktsetzung des finnischen Austauschkurses war auch der Grund für eine gemeinsame Exkursion mit dem Leistungskurs Politik aus der Q1, geleitet von Herrn Franke, an die Frankfurter Börse am zweiten Besuchstag. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in das komplexe System des Wertpapierhandels, konnten die Börsenmakler live erleben und sehen, wie sich unter ihren Füßen das Lichtbild einer Aktie änderte, sobald deren Kurs stieg oder fiel. Anschließend ging es nach kurzer Mittagspause noch zur Deutschen Bank, wo es für alle auf Englisch eine Einführung in das Bankwesen gab. Trotz dieses vielschichtigen kulturellen Inputs war nachher niemand zu müde, um noch einen Besuch auf der weihnachtlich geschmückten Zeil zu machen, bevor es am frühen Abend zurück nach Fulda ging.

Die verbleibende Zeit verbrachten die finnischen Gastschüler und -schülerinnen beim gemeinsamem Schulbesuch und Nachmittagsaktivitäten in Fulda mit ihren deutschen Partnern.

Viel zu schnell verging die Zeit, bis der Abschied kam. Kaum eine Woche hatte der Besuch gedauert und doch waren die Herzen schwer, als man sich am Samstag am Bahnhof versammelte: Da wurden Hände geschüttelt und Umarmungen ausgetauscht, deutsch-englisch-finnische Späße gerissen und sich gegenseitig ein Wiedersehen versichert.

Intensiv waren sie, die gemeinsamen Tage: Wir haben voneinander gelernt und sind aneinander gereift. Wer die Jugendlichen hier sah, kann erkennen, dass die europäische Idee lebt, weil wir zusammenwachsen und in Europa zusammenstehen. So ist Finnland zwar hunderte von Kilometer entfernt, aber im Grunde nur einen Mausklick weit. Daher können wir froh und zuversichtlich sagen: „Moi moi! Und bis zum nächsten Jahr!“

Sonja Heinz, Koordinatorin des Finnland-Austausches



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